2014-08-21

Irgendwann …

… muss ich Euch auch einmal von meiner ersten Anwohnerversammlung hier im Kiez erzählen. Dieser Kiez wird hier ja zunehmend Eigentumswohnung vereinnahmt – und mit diesen Leuten, vor allem, wenn sie keine Hundebesitzer dafür aber Eltern sind, will man nicht begraben sein – weder tot, noch lebendig.

Ich nenne sie die Untoten. Wie gesagt, irgendwann muss ich das bloggen. Und bis dahin lest Ihr den wundervollen Artikel vom Kiezneurotiker „Prenzlauer Begs tieffliegende Übermütter.”

Und wenn Ihr wollt auch noch den schönen Text zum gleichen Thema von Kittykoma.

2014-08-19

Norma †

Gestern Abend mache ich mir eine Hühnerspuppe. Die einfache Version, Hühnerkeulen abgekocht und weil ich sehr müde und geschafft war vom Tag mit etlichen Arztterminen nur mit tiefgefrorenem Suppengemüse fertig gestellt. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Hühnersuppe nicht mit frischem Suppengrün zubereitet zu haben.

Die Brühe von nur drei Hühnerkeulen geriet erstaunlich gut und satt und so dachte ich, davon bringe ich morgen der Norma eine Portion, da freut sie sich vielleicht. Und überlegte, wie ich bei Ihr entschuldigen könnte, dass kein frisches Suppengrün an der Suppe sei. Norma hatte mir nämlich öfter erzählt, wie wenig sie dieses Mittagessen auf Rädern mag, dass ihr da täglich gebracht worden ist. Einmal habe ich es mir angesehen. Ich konnte sie gut verstehen.

Heute früh verlasse ich das Haus, um zur Krankenkasse zu gehen. Da stehen vor Normas Haus vier erwachsene Menschen und deren Stimmung scheint nicht gut. Ich gehe vorbei und frage, ob ich helfen kann (die Anlage hier ist so dörflich irgendwie, wir machen das halt hier), was sie verneinen; ich sehe nasse Augen, ich sehe, dass in Normas Wohnung überall Licht ist; ich gehe weiter, dann verstehe ich.

Auf dem Fußweg zur Krankenkasse, das sind zehn Minuten, kommen mir immer und immer wieder die Tränen. Da ist so eine Gewissheit. Ich schimpfe mit mir, weil ich mir sage, dass kann auch jemand anderes getroffen haben, im gleichen Haus wohnt noch ein älteres Ehepaar. Aber ich kann mich an den Mann erinnern, der dabei stand. Er hatte mir voriges Jahr erzählt, dass sie nach einem Sturz ins Krankenhaus gekommen sei, er war ihr Schwiegersohn.

Ich komme kurze Zeit später zurück und die vier Menschen stehen dort immer noch. Ich gehe zu ihnen und spreche direkt eine der Frauen an, ob sie nicht die Tochter von Norma ist. Und sie nickt. Und wir gucken uns an und ich kann nur „Nein!” sagen. Dann liegen wir uns weinend in der Armen und die Gewissheit ist nun auch eine endgültige.

Norma ist also heute Nacht irgendwann gegangen. Ich habe diese kleine Frau sehr sehr gemocht. Ich habe sie, die Achtundachtzigjährige, nur ganz selten klagen hören, obwohl sie fürchterliche Schmerzen gehabt haben muss. Sie war uns Nachbarn immer so dankbar, dass wir für sie da waren – was wir alle einfach gerne waren. Sie war so ein Sonnenschein und freute sich immer, wenn wir auf dem Weg zum Müll für ein Schwätzchen stehen blieben.

Ich habe ihr immer etwas von meinem Obst vom Markt kommend abgegeben, was sie sehr freute und so habe ich ihr dieses Jahr die leckeren Plattpfirsiche vorgestellt, die sie noch nicht kannte und die sie mindestens so lecker fand wie ich. Letzte Woche legte ich ihr eine Packung davon in die Balkonblumen, was ich dann immer tat, wenn sie gerade tief schlief auf ihrem heiß geliebten Balkon. Später hatte sie mich beim Müllgang abgefangen und hatte sich sichtlich sehr gefreut. Sie sah nicht gut aus an dem Tag und ich fragte sie, ob es ihr wirklich gut ginge. Und da sprach sie darüber, wie weh ihr die Füße täten und dass sie müde sei und dass sie mit ihrer Mutter geschimpft hätte, warum sie sie denn nicht zu sich holt. Da hatte sie zum ersten Mal mir gegenüber zugegeben, dass sie dieses Leben, das sie wirklich sehr schätzte, auch ein bisschen satt hatte. Nicht das Leben an sich, aber das gesundheitlich Beschwerliche daran.

Einige Tage vorher war ich für sie einkaufen. Ihr Rosé-Wein war alle, von dem sie gerne am Abend ein Glas trank, was sie mir natürlich noch sympathischer machte. Das hatte sie mir einmal gestanden, natürlich gleich mit der Erklärung, sie hätte ihre Ärztin gefragt und die hätte das erlaubt. Und ich habe ihr gesagt, dass das ihr Leben ist und dass sie es sich so gestalten soll, wie sie es für sich gerne mag. Meine Güte, was soll sich ein Mensch mit 88 wegen seinem Diabetes selbst kasteien? Das fand sie gut und so durfte ich ihr dann vom Supermarkt eine Flasche mitbringen, vom lieblichen Wein natürlich. Den mit dem Drehverschluss, denn Korken bekam sie ja nicht mehr auf mit ihren Händen.

Die zwei Euro fünfzig konnte sie mir nicht bezahlen, weil ich ihren 20 Euro-Schein nicht wechseln konnte und so sprach sie mich jedes Mal darauf an, in Sorge, sie würde das vergessen. Und ich meinte dann, sie solle sich keine Gedanken machen, wir würden das einfach hochrechnen, bis es mal ein Zehner sei – und das hatte sie beruhigt. Ich wollte das Geld sowieso nicht. Und mich beruhigt es jetzt, dass sie nicht gehen musste mit dem Glauben, da sei etwas nicht geklärt. Die Menschen dieser Generation sind da so empfindlich.

Gerade hat sie die Gerichtsmedizin ins Auto getragen. Diesen kleinen Menschen, der so herzlich, liebevoll und fröhlich war.

Kleine Norma, ich bin froh, dass Du noch einen schönen Sommer auf Deinem Balkon in der Sonne hattest. Die Sonnenbäder, die Du so liebtest. Die kurze Zeit, die wir uns kannten, hast Du mich viel gelehrt mit Deiner feinen Art. Du wirst mir sehr fehlen! Mach's gut und sei nun einfach glücklich, wo immer Du bist!

2014-08-17

Wandgehänge



Eine Freundin von mir hat einen schwarzen Bilderrahmen der zusätzlich im Glas noch einen Milchglasrand hat. In diesen Rahmen hatte sie ein herbstliches Pflanzenfoto von mir getan, was ich finde, diesem Foto sehr gut tat. Den Rahmen hatte sie irgendwann und irgendwo in einem Ausverkauf erstanden. Seit dem suche ich genau so einen Rahmen.

Der einzige Rahmen dieser Art, der mir seither begegnete, ist Erikslund von Ikea. Und ich finde, das ist auch mit einer der schöneren Rahmen dort überhaupt, wenn er nicht ein grandioses Problem mitbrächte: Erikslund kommt nämlich MIT Kunst. Und Rahmen vom schwedischen Albraumkaufhaus, die MIT Kunst kommen, sind üblicherweise nicht auf Flexibilität in ihrer Bestückung ausgelegt. Was nur ein Problem ist, was ich mit Ikea-Kunst sonst auch gerne habe.

So schleiche ich also seit Jahren um Erikslund herum und überlege immer, ob man den für persönliche Bilderrechte eigentlich knacken kann.

Neulich nun war ich auf dem Kundstmarkt an der Oberbaumbrücke, der dort zwei Mal im Jahr statt findet und den ich empfehlen möchte, denn tatsächlich trifft man dort so gut wie kaum auf Kunst, die dem subjektiven Gefühl nach auch weg könnte. Ganz im Gegenteil, könnte ich mich dort mit etwas mehr monetärem Pflaster ganz prima glücklich kaufen.

Ziemlich entzückt begegnete ich letzten Monat dort den Illustrationen von Steffen Leischner, der uns einige seiner Werke auch für meine Verhältnisse finanzierbar als Postkarten anbot und so erwarb ich drei seiner See-Motive in Farbe und drei seiner herrlichen männlichen Seejungfrauen in schwarz-weiß. Dieser Kauf stellte mich vor die Aufgabe für diese Werke nun die passenden Rahmen zu erwerben.

Das tue nicht nur ich dann auch wieder beim Schweden und so stand ich neulich wieder einmal vor Erikslund – der mit seinen drei Motiven im Grunde genau der richtig Rahmen gewesen wäre, wäre da nicht die Kunst inside und der fest vertackerte Rahmenrücken hinten. Dieses Mal aber dachte ich bei mir, „den nimmste jetzt mit und guckst, ob Du den knacken kannst.”

Gesagt, getan. Tatsächlich hat das ganz gut funktioniert, wie man am obigen, recht schlampig fotografierten Bild erkennen kann. Zunächst versuchte ich die Rückwand mittels Entklammerung der Tackerklammern zu befreien, was mit einer üblichen Entklammerzange und einer richtigen Zange ganz passabel funktionierte – wenn auch ich nicht behaupten möchte, dass das so richtig Spaß bringt. Aber für eine schlechte Sonntags-Tatort-Wiederholung ist das genau der richtige Zeitvertreib. Einige Klammern brachen ab, bei denen kam dann die richtige Zange zum Einsatz. Da ich den vorgegebenen weißen Hintergrund schwarz haben wollte, kaufte ich Fotokarton, schnitt diesen passend zu.

Ein bisschen pfrimmelig war dann das Maß zu ermitteln, wo man die Bilder genau mittig aufbringen konnte, denn leider ist die gedruckte Kunst von Ikea auf der Rückwand fest aufgeklebt – so dass meine prima Idee „nimmste die als Schablone und steckste 'ne Stecknadel durch die Mitte” nur eine Idee blieb. Also ein bisschen gerechnet, vorsichtig mit weißem Kreidestift angezeichnet und immer wieder mal mit dem Rahmen ausgerichtet. Dann die Karten mit Sprühkleber aufgeklebt, dto. dann mit dem ganzen Fotokarten auf die Rückwand. Natürlich habe ich dabei auch nicht vergessen, den wenigstens einmal falsch herum aufzukleben, denn die Rückwand hat logischerweise auf der anderen Seite den Aufhänger, den ich beim ersten Mal natürlich nach unten sortierte.

Dann habe ich die Rückwand wieder mit einem Tacker aus dem Baumerkt fest getackert, dabei die Anzahl der Klammern um die Hälfte reduziert, falls ich mal wieder an den Rahmen und sein Innenleben möchte und nun hängt die dreifache Leischner-Kunst in Farbe hinter Rahmen mit Milchglasrahmen an der Wand. Sehr apart anzusehen, wie ich es mag!

Also, wer sich schon immer mal gefragt hatte, ob man Erikslund modifizieren kann: es geht. Beim nächsten Ikea-Besuch wird dann noch einer mitkommen, damit ich die männlichen Meerjungfrauen auch präsentieren kann.

2014-08-13

Während …

… ich mich heute mit Frau Mutti auf Twitter zum Synchron-Bad-Putzen verabredete, um unsere Unwollen ausdrückenden Gesichtszüge zu verfeinern, kreischte in der Küche die Waschmaschine piepsend und zeigte einen wild blinkenden E_18 im Display, was mich ein bisschen in Panik versetzte, denn das Piepsen war das Erste, was ich dieser Waschmaschine sofort abgewöhnt hatte und ich wäre heilfroh, würden das die Supermarkt-Mitarbeiter mit den Piepslarmen offener Lagertüren und offener Kassen auch tun, denn sie hören da eh nicht mehr hin und die Geräusche sind nur etwas, was die Aggressionen der Kunden an den Kasse prima erhöht, was ich genauso wenig angenehm finde, wie eben das Piepsen zudem sich heute also weiterhin ein blinkendes Waschmaschinen-Display gesellte, zusätzlich einer sehr agilen quiekenden mauzenden Katze, namens Nishia, die natürlich – Blaumann-Trägerin inside – sofort zur Hilfe eilte und sich entrüstet über den hinterhältigen Maschinenausfall äußerte, was meine Nerven nicht zwingend entspannte, während ich die Betriebsanleitung der Waschmaschine erste suchte, dann suchte, um sie zu suchen, die mir nach dem Auffinden erläuterte „Error 18” hätte viel mit einer verstopften Abflusspumpe zu tun, was mich wiederum ein bisschen erleichterte, denn früher hieß das halt „Flusensieb ist voll” und mit solchen Fehlermeldungen kann ich aus Erfahrungsgründen ganz gut umgehen, womit ich nicht gut umgehen kann, dass solche Meldungen offensichtlich auch bei neuen Waschmaschinen immer dann auftauchen, wenn ordentlich viel Wasser im Maschinchen steht, also quasi das Bullauge Höchststand vermeldet, womit ich auch quasi prima bedient war, was ich ja schon dadurch war, dass ich patschnasse Wäsche aus eben dieser Waschmaschine zu befreien hatte und dazu führte, dass die erprobte Handwerkerkatze sich ein wenig echauffierte über einen halbnassen Küchenboden, was mich dazu verleitete erst einmal einen frischen Kaffee zu kochen und mich mit der niedlichen Talytha auf das Bett zurück zog, um sie dort ordentlich durch zu knuddeln und ihr den Bauch zu massieren, was sie wiederum dazu veranlasste, gelassen hinzunehmen, dass ich ihr gleichzeitig die Hinterläufe pedikürte, sie verneinte meine Frage ob eine Nagellackierung gewünscht sei mit einem herzlichen Aufsprung in die Küche, wo sie nach ihrer Lieblingsmilch von Hemme, die mir auch den mittlerweile fertig gebrühten Kaffee verschönte, verlangte, während ich wieder einmal zur Kenntnis nahm, was für ein wundervoller und immer zuverlässiger Sparringspartner Citrussäure doch bei Kalkablagerungen ist und so baute ich die Waschmaschinenablusspumpenkladarage wieder zusammen, wischte ein wenig den Boden auf und dankte dem Waschmaschinenreparaturgott, dass er dieses Mal schlimmste Defekte an mir hatte vorbei ziehen lassen, wenngleich ich sehr wohl mit Murphy, der sich wieder einmal für den „Waschmaschinen-fallen-nur-aus-bei-Höchstwasserstand”-Effekt verantwortlich zeigte, ein ernstes Wörtchen plappern möchte.

Gebt es ruhig zu, Ihr seid doch auch neidisch auf meinen Mittwoch-Morgen?!

2014-08-12

Lachsbeize

Norden Berlin, das kochende und ausschenkende Dreiergespann aus Paul, Björn und Paul bestehend, haben einmal bei einem ihrer fürstlichen Menüs, denen ich beiwohnen durfte einen gebeizten Lachs serviert. Dieses Rezept hatte Paul Fritze als Gastautor im Blog multikulinarisches von Peggy Schatz vor einiger Zeit „geoutet” – und ich habe es seitdem schon mehrfach nachgebaut.



Lachs selber beizen ist wohl eine der einfacheren Küchenaktivitäten. Das Einzige, was die Sache etwas komplexer macht: der Lachs braucht seine Zeit. Es ist kein „heute gedacht und heute genascht”-Essen. Man sollte mindestens zwei Tage im Voraus wissen, wann man den Lachs essen mag.

Das Rezept vom Paul habe ich mehrfach abgewandelt, mangels Dill auf frischen Thymian zurück gegriffen oder Zitronenzesten mit an den Zucker gegeben. Wundervoll wird er auch, wenn man frischen Meerrettich rein reibt (übrigens auch ein Tipp vom Paul). Vermutlich werde ich zu Weihnachten eine Zimt-Version testen, es bleibt noch viel zu tun auf dem Gebiet. Auch habe ich bereits, da mich im Angebot sehr anstrahlend, eine Variante mit Lachsforelle probiert, auch diese Variante schmeckt – das Fleisch ist vielleicht etwas weniger zart.



Neulich habe ich also die Version mit den Zitronenzesten und dem frischen Thymian zusammen gelegt. Die Zutaten habe ich natürlich reduziert, denn ich beize selten gleich ein ganzes Kilo vom guten Fisch.


Zutaten



ca. 300 g Lachs – ob nun mit oder ohne Haut ist wurscht. Wenn mit Haut, ritze ich diese ein. Mit Haut lässt sich der Lachs später leichter in Scheiben schneiden. Norden Berlin empfiehlt den Würfelschnitt – auch toll. Also tatsächlich geschmacklich sehr toll.
Zesten einer Zitrone
2 EL Zucker
2 EL Salz – wenn man Meersalz nimmt, lieber etwas reduzieren, davon reicht gerne auch ein Esslöffel
Einige Pfefferkörner, zerstoßen
eine Handvoll Thymian, frisch gezupft oder auch in ganzen Stengeln – das Rezept macht es einem sehr sehr einfach


Zubereitung

Der Lachs wird gewaschen und abgetrocknet. Wer mag ritzt die Haut ein. Die Pfefferkörner werden zerstoßen und mit dem Zucker und Salz gemischt, zum Schluss kommen die Zitronenzesten daran und der Thymian. Mit dieser Masse wird der Lachs reichhaltig und liebevoll eingerieben.



Dann kommt er in eine Gefriertüte, das jeweilige Grünzeug wird dazu gelegt und die Tüte gut verschlossen. Hier bei mir regelt das der freundliche Vakuumierer. Und ab geht's mit dem Päckchen in den Kühlschrank für mindestens 48 Stunden.



Nach zwei Tagen wird der Lachs vorsichtig abgewaschen und wieder trocken getupft, aufgeschnitten und serviert. Hie rauf einem einfachen grünen Salat mit Tomaten und Gurke an Dressing und frischen Himbeeren dran. Der Sommer macht's möglich!

Robin Williams †

Ich bin die Generation, die „Mork vom Ork” in der Erstausstrahlung gesehen hatte. Die Serie, die mir als Kind erstmals vermittelte, dass es mehrere Arten von Humor gibt. Daran hauptsächlich schuld war wohl Robin Williams.

Wer heute und dieser Tage Ausschnitte im Fernsehen sieht, wie er gemeinsam mit Menschen agiert, der wird sehen, wie er immer offen den Menschen ins Gesicht guckt, sehr offen. Auch Journalisten, die sehr unverschämt intime Fragen stellen, bekommen dieses offenen Blick und eine freundliche Antwort. Eine wundervolle Gabe, die viel Kraft gekostet haben mag.

So unglaublich viel Talent!

Robin Williams war einmal Gast im Actors Studio. Er ist unglaublich lebendig in diesem Interview, mir hat es eben geholfen von der endgültigen traurigen Tatsache etwas Abstand zu bekommen. Für jetzt. Für heute. (via @kieliscalling)

Und noch einmal: so unglaublich viel Talent!

Das Schlimmste für mich an der Depression ist, dass ich in solchen Phasen nicht tun kann, was ich liebe. Ich weiß genau, mir würde das helfen, es wäre der Weg aus dieser Phase hinaus. Aber ich kann es nicht, ich schaffe es nicht. Das ist Depression. Wer sie nicht verstehen kann, muss sich überlegen, wie es ist, etwas nicht tun zu können, was man heiß und innig liebt. Zu erfahren, dass der Kampf darum, es tun zu können, unendlich viel Kraft kostet. Und diese Kraft eben auch das Leben kosten kann.

Stellt man sich jemanden vor wie Robin Williams, der – wie er selber zugegeben hatte – an Depressionen litt, der also nicht die Kraft hatte, das zu tun, was er liebte. Was in Hollywood ganz andere Konsequenzen für einen Schauspieler haben kann, jenseits der menschlichen und gesundheitlichen Konsequenz. Ja, da können Drogen Dein Freund sein für einen Moment, weil sie Dir Verlässlichkeit vermitteln und Deine tieftraurigen Momente für eine kurze Zeit weg schminken, Dich wieder stark machen, leistungsfähig. Lustig. Bis das Make Up wieder bröckelt und Du tiefer fällst als zuvor, denn Du fällst schneller. Der alternde Künstler, der sich einsam in der hässlichen Garderobe nach der Show die Schminke vom Gesicht wischt – mit Tränen in den Augen, diese visuelle Metapher ist so oft filmisch verwendet worden.

Robin Williams hat sich sbgeschminkt. Ich wünsche ihm Frieden.

Anke Gröner: Die Depression ist eine Lügnerin. Glaub ihr kein Wort.

2014-08-09

Heute …

… war ich draußen. Ich fuhr von Mitte nach Charlottenburg von dort zurück nach Mitte in die Friedrichstraße und dann über den Gendarmenmarkt zurück nach Hause. In dieser Waschküche namens Berlin. Da waren auch alle anderen. Und ich habe sie alle gesehen! Die Welt ist ganz schön bunt.

Und ich fänd' es jetzt ganz schön, wenn alle Frauen wieder aufhören könnten, diese Kleider zu tragen. Die, die Taille so künstlich hoch ziehen und mit dem Übergang in hässliche Faltenkurzröcke jeden Frauenkörper zu einem durchgehenden Sack ohne Form erscheinen lassen. Wirklich. Plump und unweiblich. Asexuell. Diese Kleider sind nicht schön. Die sind niedlich an Mädchen, die ganz kurz vor der Pupertät stehen und noch ohne Formen sind mit zu langen Spinnenbeinen. Aber an erwachsenen Frauen sehen diese lediglich missraten aus. Ich habe noch keine Frau gesehen, der diese Kleiderform gestanden hätte. Selbst an dieser Pro Sieben-Got to dance!-Moderatorin, die so dürre ist wie ein Lineal auf Watte-Diät, sehen diese Kleider tramplig aus. Mensch Mädels, lasst Euch doch nicht von irgendwelchen Modeheinis dieses Mist diktieren!

Und diese goldenen aufgetragenen Accessoires-Reißverschlüsse, klobig in feinem Stoff eingearbeitet. Warum kauft Ihr so etwas? Es muss Euch doch klar sein, dass Ihr das nächste Saison Eure Lieblingsklamotte nur alleine deswegen nicht mehr anziehen könnt. Und es ist hässlich. Man guckt nicht mehr Euch, man wird nur noch von fetten Reißverschlüssen visuell penetriert!

Im Hilton am Gendarmenmarkt wurde vorhin Hochzeit gefeiert, als ich dort in der Nähe einen Kaffee trank, warteten die Hochzeitsgäste und dann fuhr die Stretch-Limo (was sonst, ne?) vor. Was ich ja nicht begreifen werde, dass ist diese Tradition dieser Marktschreierin auf russischen Hochzeiten. Mit Megaphon! Wer will so etwas auf seiner Hochzeit? Eine Frau, die nur rumschreit? Man kann doch auch so schön mit Rex Gildo-Schallplatten Stimmung machen!

Ich würde übrigens wirklich total gerne Montag zum Dieter-Thomas Kuhn gehen Der Dieter bringt so viel Freude ins Leben! Und der singt auch so schön vom Gildo …

2014-08-08

Benachbarte Apotheke …

… bietet einen Rollator an. Die Sitzfläche ist gepolstert. Sein Modellname ist allen Ernstes „Troja”.

Bis ich soweit bin, werden die Dinger 'ne Minibar an Bord haben, ich schwöre!